Bühne Bühnenbild Gudrun Krienke Theater

Wir erinnern uns…..1990 Theater im Haus der Jugend

Das 2. Projekt 

Die Gruppe, inzwischen durch neu hinzugekommene Darsteller und Bühnenbildner auf 18 Mitglieder angewachsen, hatte sich aus einer Reihe von Vorschlägen nach langen Diskussionen und Abstimmungen endlich auf das Stück Die Geschichte der Angst von John Kostmayer in einer Übersetzung von Jürgen F. Schmid einigen können.

Zum Inhalt:

Darwin und Rosa sind verliebt – und beide sind psychisch angeknackst. Beide hatten eine schwierige Kindheit und beide kommen aus einer gescheiterten Beziehung. Traumatische Figuren ihrer Vergangenheit – Eltern und geschiedene Partner schaffen sich in ihren Köpfen penetrant Gehör und bringen die Neurosemechanismen immer wieder in Schwung. Als die zwei sich trotzdem für die erste gemeinsame Nacht verabreden, sehen die Ängste ihre große Stunde gekommen………

Die Herausforderung bei dieser Inszenierung war das Bühnenbild.

Denn es gab in diesem Stück auf der Bühne gleichzeitig reale und nicht reale, das heißt vorgestellte, nur in der Erinnerung der jeweilig handelnden Rollenfiguren existente Personen.

Wie das dem Zuschauer begreifbar machen? 

Für dieses und weitere Projekte war eine Grundausstattung mit variablen Bühnenelementen und Lichtsteuerungsanlage angeschafft worden und damit gab es neue Möglichkeiten für die Gestaltung des Bühnenraumes. Wir wollten mit Projektionen arbeiten, um den nicht realen Figuren einen eigenen Raum zu geben. Denkt jetzt bitte nicht an Beamer, Computer und an die vielen Bearbeitungsprogramme für Fotos und Filme, die heutzutage ein solches Vorhaben erleichtern. 1990 wurden Projektionen auf dem Theater entweder mit Diaprojektoren oder Super 8 Filmkameras erstellt. Auch das Herstellen der Projektionsvorlagen war vorwiegend Handarbeit. 

Auf durchsichtige Gaze, die in Streifen im Bühnenhintergrund von der Decke herabhing, sollten verfremdete Portraits der Darsteller der nicht realen Figuren von mehreren Projektoren projiziert werden. Die Schauspieler dieser Figuren konnten sich dann in den und durch die Projektionsflächen bewegen. Die Bühnenbildgruppe unter Anleitung von Thomas Runge hatte reichlich zu tun. Fotos erstellen, selber entwickeln und dabei bearbeiten und dann auf durchsichtige  Folie übertragen. Die Gazestreifen so zu hängen, damit ein räumlicher Eindruck entsteht, ist auch eine Herausforderung. 

Aber es gelang – unsere 1. „Multimedia-Produktion“ war geboren.

Die Premiere war am 1. Juni 1990. Es folgten 9 weitere Aufführungen.

Im September begannen wir dann mit einem russischem Stück von  

Ludmilla Rasumowskaja Die Erpressung

Text von Gudrun Krienke